Optimierung der Lagerbewirtschaftung

Proposal für ein datenbasiertes Replenishment-Konzept


Im Zuge der Deregulierung des Apothekenmarktes wurde für eine grosse skandinavische Apothekenkette ein datenbasiertes Konzept zur Optimierung der Lagerbewirtschaftung entwickelt. Der zunehmende Wettbewerbsdruck durch private Anbieter führte zu sinkenden Margen und machte eine grundlegende Neugestaltung der Warendisposition erforderlich.

Ziel des Projekts war es, ein belastbares Replenishment-Konzept auf datenbasierter Grundlage zu entwerfen, das Bestände reduziert und gleichzeitig eine hohe Lieferfähigkeit gegenüber Endkundinnen und Endkunden sicherstellt. Auf Basis realer Nachfrage- und Bestandsdaten wurden bestehende Dispositionspraktiken analysiert, alternative Ansätze entwickelt und simulationsbasiert validiert.

Regale mit verschiedenen Medikamenten in einer Apotheke

Ausgangslage

Die Ausgangslage des Projekts war die Liberalisierung des Apothekenmarktes in Schweden, durch welche das staatliche Apothekenmonopol aufgehoben und der Markteintritt privater Anbieter ermöglicht wurde. Dadurch traten neue Wettbewerber in den Markt ein, was zu erhöhtem Preisdruck und sinkenden Margen für etablierte Anbieter führte. Vor diesem Hintergrund wurde die Optimierung interner Kostenstrukturen zu einem zentralen Handlungsfeld, insbesondere in der Warendisposition.

Im Fokus stand die Lagerbewirtschaftung, da sie sowohl einen wesentlichen Einfluss auf die Kapitalbindung als auch auf die Lieferfähigkeit gegenüber Endkundinnen und Endkunden hat. Als Datengrundlage standen reale historische Bestands- und Nachfragedaten aus einer grossen skandinavischen Apothekenkette zur Verfügung, welche eine quantitative Analyse bestehender Dispositionspraktiken ermöglichten.

Das Projekt wurde im Rahmen eines universitären Consulting-Rollenspiels durchgeführt. Die zugrunde liegende Problemstellung, die Datenbasis sowie der Aufbau eines Request for Proposal orientierten sich dabei an einem realen Projekt aus dem Handels- und Distributionsumfeld. Ziel war es, unter diesen Rahmenbedingungen ein fundiertes Proposal für ein datenbasiertes Replenishment-Konzept zu entwickeln und dessen Wirkung quantitativ zu untersuchen.

Vorgehen und Methoden

Konzepterstellung auf weissem Papier

Lösungskonzept

Das Lösungskonzept beschreibt ein Replenishment-System als SaaS-Lösung zur Unterstützung der Warendisposition. Ziel war es, ein standardisiertes und skalierbares Konzept zu entwickeln, das sich in bestehende Bestellprozesse integrieren lässt und automatisierte Bestellempfehlungen ermöglicht. Die datenbasierte Ermittlung von Bestellpunkten und Bestellmengen bildet die Grundlage für eine Optimierung von Bestandsniveau und Lieferfähigkeit.

Ergebnis und Mehrwert

Ein überzeugender Proof of Concept mit klarem Business Case zur Effizienzsteigerung und Bestandsoptimierung


Im Rahmen des Proof of Concept wurde das entwickelte Replenishment-Konzept simulationsbasiert mit der historischen Dispositionspraxis verglichen. Beide Szenarien basierten auf identischen Nachfrage- und Artikeldaten und unterschieden sich ausschliesslich in der angewandten Dispositionslogik. Dabei zeigte das entwickelte Konzept folgende Effekte:

  • Stabilisierung des Service-Level bei Erreichung der definierten Geschäftsziele

  • Reduktion der durchschnittlichen Lagerbestände

  • Geringere Bestandsvolatilität durch konsistentere Bestellmengen

  • Reduzierter operativer Personalaufwand durch automatisierte Dispositionslogik


Die Ergebnisse zeigen, dass ein datenbasiertes Replenishment-Konzept signifikante betriebswirtschaftliche Effekte erzielen kann, während der operative Aufwand in der Disposition deutlich reduziert wird. Der PoC lieferte damit nicht nur einen quantitativen Wirkungsnachweis, sondern auch eine belastbare Entscheidungsgrundlage für Management- und Investitionsentscheide. Das Projekt zeigt, wie aus einer klar formulierten Problemstellung und realen Betriebsdaten ein schlüssiges Proposal mit messbarem wirtschaftlichem Nutzen abgeleitet werden kann.