Automatisierung der Produktionsplanung

Integrierte Auftrags- und Personaleinsatzplanung mit heuristischen und optimierenden Verfahren


Im Rahmen der Bachelorarbeit an der ZHAW wurde ein integriertes Planungssystem zur automatisierten Auftrags- und Personaleinsatzplanung konzipiert und entwickelt. Ziel war es, unter Bedingungen hoher Dynamik und variabler Personalverfügbarkeit eine konsistente, transparente und operativ umsetzbare Planung zu ermöglichen und damit die Grenzen klassischer Planungsansätze in KMU zu adressieren.

Das System kombiniert heuristische und optimierungsbasierte Verfahren aus dem Operations Research und verbindet simulationsbasierte Bewertung mit operativer Entscheidungslogik. Dadurch entsteht eine performante und praxisnahe Entscheidungsunterstützung, die sowohl planerische Qualität als auch operative Umsetzbarkeit berücksichtigt.

Industrielle Fertigungsanlage mit mehreren Maschinen in einer Fabrikhalle

Ausgangslage

Die Ausgangslage der Arbeit bildeten empirische Daten aus einem blechbearbeitenden KMU in der Deutschschweiz. Vorgabe war es, auf dieser Basis ein Planungskonzept zu entwickeln, das eine kombinierte Auftrags- und Personaleinsatzplanung ermöglicht.

Die zugrunde liegende Datenbasis umfasste drei zentrale Elemente:

  • Kompetenzmatrix zur Abbildung der Qualifikationen der Mitarbeitenden

  • Anwesenheitsprofile zur Beschreibung der standardmässigen Präsenzzeiten

  • Arbeitspläne, welche Bearbeitungszeiten und die Abfolge der Arbeitsstationen je Produkt definieren


Während Kompetenzmatrix und Anwesenheitsprofile mit geringem Aufwand erstellt und gepflegt werden können, wurden die Arbeitspläne als kritisch erachtet, da sie eine notwendige Voraussetzung für jede Form operativer Produktionsplanung darstellen.

Die Anwesenheitsprofile basierten auf den vertraglichen Pensen und Präferenzen der Mitarbeitenden und wurden in einer Granularität von Halbtagen abgebildet. Diese Annahme wurde als praxisnah erachtet und erlaubte eine realistische Abbildung flexibler Arbeitszeiten, ohne die Modellkomplexität unnötig zu erhöhen.

Ergänzend wurden historische Auftragsdaten ausschliesslich für die Simulation und Validierung des Systems verwendet. Da das Projekt nicht in direkter Zusammenarbeit mit dem datenliefernden Unternehmen durchgeführt wurde, diente die Datenbasis dem Vergleich des entwickelten Konzepts mit einem hypothetischen Referenzszenario unter identischen Rahmenbedingungen.

Vorgehen und Methoden

Konzepterstellung auf weissem Papier

Lösungskonzept

Das entwickelte Lösungskonzept beschreibt die zentrale Logik des Planungssystems und die Mechanismen, mit denen Auftrags- und Personaleinsatzplanung konsistent, dynamisch und praxisnah umgesetzt werden kann. Im Fokus stehen dabei nicht einzelne Algorithmen, sondern das Zusammenspiel aus Planung, Simulation und Anpassungsfähigkeit im operativen Kontext. Die folgenden Abschnitte erläutern die wesentlichen konzeptionellen Bausteine, die das System befähigen, unter realistischen KMU-Bedingungen belastbare und umsetzbare Planungsergebnisse zu liefern.

Ergebnis und Mehrwert

Ein Automatisierungskonzept zur Reduktion manueller Planung und zur Erhöhung der Planqualität und Termintreue


Die Leistungsfähigkeit des entwickelten Planungssystems wurde im Rahmen simulationsbasierter Experimente systematisch untersucht. Als Vergleichsbasis diente ein hypothetisches Referenzszenario, das KMU-typische, bewusst vereinfachte Planungspraktiken abbildet und sich ausschliesslich in der angewandten Planungs- und Steuerungslogik vom entwickelten Konzept unterscheidet.

Unter identischer Auftrags- und Ressourcenbasis sowie identischer Produktionskonstellation zeigen die Ergebnisse deutlich, welchen operativen und strukturellen Mehrwert das entwickelte Planungssystem bietet.

Die Ergebnisse zeigen, dass durch die Kombination aus konsistenter heuristischer Planung, gezielter Optimierung und simulationsbasierter Bewertung robuste und praxisnahe Planungslösungen entstehen können.

Das entwickelte Konzept ist insbesondere für KMU geeignet, in denen hohe Dynamik, variable Personalverfügbarkeit und operative Echtzeitanforderungen klassische Planungsansätze an ihre Grenzen bringen.

Das Projekt verdeutlicht, wie durch saubere Modellierung, geeignete Abstraktion und systematische Validierung konsistente und belastbare Entscheidungsgrundlagen entwickelt werden können, die auch unter realistischen betrieblichen Rahmenbedingungen anschlussfähig sind.